Dass ich am liebsten mit meiner gesamten Familie die Straßen unsicher mache wisst ihr ja bereits. Und tatsächlich gibt es für Kleinkinder verschiedene Möglichkeiten, mobil zu sein. Ob nun die gemütliche Variante im Bollerwagen oder das beliebte Laufrad – es gibt immer eine Möglichkeit, meine Tochter an die frische Luft zu bekommen. Aber Fahrrad fahren?

Wann ist mein Kind soweit

Tja, genau diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Laut Erzählungen meiner Eltern habe ich mich selbst recht früh auf den Drahtesel geschwungen. Allerdings ohne vorheriges Üben mit dem Laufrad, dafür jedoch mit Stützrädern. Aber ist drei wirklich das richtige Alter? Wir haben versucht Touren mit dem Laufrad einzubauen. Die Bewegung der Beine, das Gleichgewicht, das Tempo, das Bremsen. Wie auch das Krabbeln und Sprechen als Baby muss einfach klein angefangen werden. Als meine Tochter das Laufrad zu ihrem zweiten Geburtstag bekommen hat, war das Auspacken das beste daran. Vom Raufschwingen und Losdüsen war sie meilenweit entfernt. Es hat gedauert bis die Motorik und Motivation da waren, um einige Meter ohne Unterbrechung voranzukommen. Aber wenn dieser Punkt erst einmal erreicht ist und die Kleinen so richtig in Fahrt kommen, kann man gar nicht schnell genug gucken und schon genießen sie ihre gewonnene Freiheit. So war es zumindest bei uns. Und genau das war auch der Moment, als wir das erste Mal ans Fahrrad gedacht haben.

Neu oder gebraucht

Wir haben uns von vornherein für ein gebrauchtes Ballonrad entschieden. Die Reifen sind dicker, der Einstieg tief und das Fahrrad ist zum üben einfach ideal. Kratzer im Lack sind dabei vollkommen egal, hauptsache robust sowie verkehrssicher! Zwölf Zoll waren (und sind es noch) die perfekte Rahmenhöhe und motiviert wollte unsere Kleine starten. Allerdings gab einen großen Unterschied zum bekannten Laufrad. Die Pedale. Denn jetzt kommt der Schwung nicht mehr „nur“ aus der Laufbewegung der Beine, sondern einzig und allein aus der Tretbewegung der Pedale. Meine Tochter war unsicher, weil es ein großer Rückschritt von der gewohnten Laufrad-Freiheit war. Schließlich musste einer von uns – mein Mann oder ich – immer das Fahrrad festhalten, da ohne Treten keine Balance. Somit war das Fahrrad out und das gewohnte Laufrad wieder in.

Sind Stützräder sinnvoll

Wir haben lange hin- und her überlegt und sowohl der Fahrradhändler, als auch diverse Berichte im Internet raten von den zwei Rädern als Unterstützung ab. Tatsächlich haben wir einfach das gemacht, was wir für unsere Tochter als sinnvoll erachtet haben. Also Stützräder ran um das Treten zu üben und die Begeisterung fürs Fahrrad neu zu entdecken. Auch wenn es hierfür genau richtig war ist hierbei Obacht geboten! Denn das in-die-Pedale-treten ist zwar notwendig, nicht aber das Einhalten jeglicher Balance. Deshalb haben wir zwischendurch trotzdem das Laufrad genutzt. Und als unsere Tochter dann anfing mit dem Fahrrad zu rasen und im Stehen zu fahren – getreu dem Motto passiert ja eh nichts – sind die Stützräder direkt abgekommen.

Mit dreieinhalb haben wir jetzt eine waschechte Fahrradfahrerin, die allerdings noch lernen muss, dass das Zweirad nicht zum Wettrennen da ist. Touren entlang großer Straßen sind also noch tabu. Übrigens ist der endgültige Fahrradknoten beim Üben mit Opa geplatzt und unsere Tochter ist super stolz. Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich weder zeigen, dass drei das richtige Alter ist, noch dass Stützräder das Lernen einfacher machen. Entscheidend ist einfach, dass sich euer Kind wohlfühlt und Spaß hat. Und auch ihr als Eltern solltet ein gutes Gefühl haben.

Fürs Fahrrad fahren gibt es schließlich keine Gebrauchsanweisung!

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